31. Mai bis 9. Juni 2012

40.te Luftschlacht um Thannhausen
(Bericht und Fotos von Andi Jenny)


aj. Donnerstag, 31.5.12: Anreise, Mittagessen im Biergarten. Sonnenschein. Wir gehen Fliegen. Zwischendurch regnets, wir fliehen ins Clublokal. Fliege meinen Dogfighter ein, geht ab wie eine Rakete! Abendessen im Hotel. Wir geniessen den Zwickelabend.
Freitag, 1.6.12: Wetter schlecht, Aussichten auch. Wir geniessen das prächtige Frühstücksbuffet. Es klart auf, wir gehen fliegen. Sondi kommt dazu. Viel Wind. Ein paar fahren nach Jestetten ins Modellbaugeschäft. Der harte Kern fliegt trotz Wind. Hugo ist wieder mal am Basteln. Am Abend wird es ruhiger, wir fliegen nochmals, bis die Akkus leer sind. Christoph ruft an, sie hatten eine Autopanne und können nicht kommen.
Samstag, 2.6.12: Blauer Himmel, ideale Verhältnisse. Das Zelt wird aufgebaut, grosse Feste brauchen grosse Zelte, grosse Bastler auch.
Mittagessen im Zelt. Erwin macht für alle feinen Schweinsbraten. Nachher findet die Jackenverteilung statt, alter und neuer Vorstand des MLV wird mit unseren neuen, schönen und bestickten Softshell–Jacken ausgerüstet. Erweiterte Muppetsshow auf den Bänken: Auf 10 "Experten" kommt 1 Pilot. Supi!
Am Nachmittag wird geschleppt. Bernardo versenkt seine Rainbow. Nichts passiert, die Ausschläge sind wohl zu gross. Im Hotel finden gleich 2 Hochzeiten statt. Wir versuchen, Sondi unter Kontrolle zu halten. Er betätigt sich trotzdem als Hochzeitscrasher, nachdem wir anderen vorher vom Stängeli und in unsere Betten fallen. So gegen halb fünf ist er dann auch im Bett, nicht ohne dass er vorher mit beiden Bräuten getanzt hat. Oder nur mit einer. Da gehen die Meinungen auseinander. Tatsache ist jedoch, dass beim Frühstück alle den Sondi kennen und freudig begrüssen. Reklamationen gibt es gottseidank keine. Wir sind sprachlos, ausser Hugo, der ist gar noch nicht da...
Sonntag, 3.6.12: Wetter: Es regnet, am Nachmittag hört es auf, dafür windet es wie blöd. Am Abend wieder Regen. Zum Mittagessen braten wir Jörgs selbst gefischte Forellen. Mmhh... Silke bringt uns einen selbstgemachten "Davoser Kuchen". Wir werden so richtig verwöhnt! Hugo ist wieder am Fliegen (ääh sorry, immer noch am Basteln). Jetzt hat er sein Auto ins Werkstattzelt integriert. Mit vereinten Kräften schaffen wir bis am Abend 3 flugfähige Hugo-Modelle. Martino fliegt noch mit Hugos Cessna. Abendessen im Hotel. Riesige, laute und nicht immer faire Diskussionen über die Vor- und Nachteile Klosterbräuhaus/Sonnenhof entbrennen. Auch die neuen Vorstände beider Gruppen bekommen wegen offenbar mangelnder Informationspolitik ihr Fett weg. Vollmond und Alkoholpegel zeigen offenbar ihre Wirkung, wir gehen alle mehr oder weniger gereizt ins Bett. Hoffentlich können wir morgen wieder fliegen, das würde uns auf andere Gedanken bringen...
Montag, 4.6.12: Wetter: Es regnet immer noch und sieht nach Dauerregen aus. Die Stimmung ist gereizt, es herrschen also wieder normale Verhältnisse. Allerdings lässt sich feststellen, dass sich im Laufe der letzten 40 Jahre die Gesprächsthemen massivst verändert haben. Früher haben wir über tolle Flieger, Motoren, schnelle Autos und schöne Frauen diskutiert, heute über künstliche Hüftgelenke, Darmspiegelungen, Enkelkinder, gesundes Essen, Übergewicht und Gichtschübe. Wir sind alt! Es wird trocken, wir können trotz Wind fliegen. Erwin brät feine Entrecôtes mit Baked Potatoes. Uuhh guat! Am Nachmittag helfen wir wieder Hugo beim Basteln. Immer wieder kommen kurze Schauer. Sondi fliegt seine schöne Venom ein. Martino fliegt Hugos grössere Cessna ein. Fliegt von alleine. Langweilig... Es wird kalt, wir fliegen trotzdem. Wir treffen uns um 20.00 h im Hotel zum Abendessen. Wir trinken heute weniger und bleiben friedlich.
Dienstag, 5.6.12: Bewölkt, kalt, viel Wind. Gegen Mittag wird es besser, auch zum Fliegen. Werni knallt seine Venom auf die Piste resp. in die Piste. War wohl etwas zu langsam. Voll Krass Mann! Gottseidank ist fast nichts kaputt. Glück gehabt. Mario kommt. Zum Essen gibts feine Schweinshaxen mit Kruste und gut gelagertem Brot. Hugo schaut zu, wie seine Flieger eingeflogen werden. Später wird wieder geschleppt. Martinos Piper ist im Dauereinsatz. Erst 5 Tage sind wir da und Hugo fliegt schon selber, mit Martino als Fluglehrer. Allerdings wirft er während dem Flug den Propeller ab... Bernardo fliegt seine 5-m Alpina ein, Start vom Startwagen. Martino versucht seine grosse Arcus. Vollgas, pluff, Propeller weg. Der zweite Start gelingt, super Flugbild, super Flieger. Dazwischen geht Hugo alleine mit seiner ME-109 an den Start! Spannend. Er gibt Gas, die Spannung steigt, er hebt ab. Die Spannung steigt ins Unerträgliche. Er stürzt noch auf der Piste ab, Spannung weicht, Trauer kommt. Armer Hugo, schon wieder Basteln... Werni lässt sich mit seiner Ventus schleppen. Nach der an sich schönen Landung fährt er das Fahrwerk an dem auf der Piste stehenden Modell ein. Offenbar hat er den Hinweis "Das Betätigen des Fahrwerks unter Belastung und am Boden sei tunlichst zu unterlassen" nicht gelesen. Die Zahnräder des Fahrwerkservos sind nur noch Räder. Wir essen heute auswärts, beim Griechen. Die sind ja um jeden Euro froh. Um Steuerhinterziehung zu verhindern, verlangen wir keine Quittung.
Mittwoch, 6.6.12: Es regnet leicht. Und wieder nicht. Sollen wir auspacken oder nicht? Gegen Mittag wird es trocken, dafür kommt Wind auf. Heute wird elektrisch geschleppt. Martino macht mit seiner Gilb den Werkstattflug und wirft dabei die Kabinenhaube ab. Suchen ist angesagt. Rapsfeld und Gilb passen ja hervorragend zusammen... Nach dem Mittagessen fliegen wir kurz, nachher fängt es an zu regnen. Dauerregen, Dauerwind. Wir packen zusammen und fahren etwas früher ins Hotel. Heute essen wir beim Chinesen in Thannhausen.
Donnerstag, 7.6.12: Schön, warm, tüppig. Brämen haben Hochsaison und stechen heute besonders gerne. Bertram ist schon auf dem Platz. Hugo fliegt mit seiner Easy Glider. Später muss die Bergungsmannschaft ausrücken, nachdem sich ein Baum hinterrücks in die Flugbahn geworfen hat. Sie kommen unverrichteter Dinge wieder zurück, es muss eine Leiter besorgt werden. Martino schleppt bis 12.00 h non-stop. Wir machen dann infolge Feiertag eine "Verbrennerpause". Es fährt ein Auto mit Anhänger vor. Ausgeladen wird der Rohbau einer ASK 13 mit 5 m Spannweite für Martino. Allerdings weiss er nichts davon. Ein lieber deutscher Kollege hat die Maschine für ihn bestellt, ohne Auftrag dazu, ohne Preisangabe etc. Macht Spass! Er nimmt den wunderschönen Segler trotzdem. Wir schauen, wer was für Teile nach Davos transportieren kann. Zum Mittagessen gibt es feine Poulets von Erwins Grill. Am Nachmittag kommt Hinz und Kunz und alles was Räder und Flügel hat. Ich beschränke mich aufs Zuschauen. Und gute Tipps geben. Ist auch mal schön. Und Fotografieren, mittlerweile bin ich bei 572 Aufnahmen. Silke bringt feine Ofenchüechli (Windbeutel), gefüllt mit luftiger Vanillecrème und Mandarinli. Mittendrinnen kommen wieder ein paar Regentropfen, alles flieht ins Zelt. Nachher klart es wieder auf, Sonne pur. Viel Betrieb und noch mehr Geschleppe. Werni versenkt seine Venom. Schade. Bemerkenswert ist jedoch die Tatsache, dass dies der erste Crash eines Davosers in diesem Jahr ist. Das hat es in den letzten 40 Jahren noch nicht gegeben! Früher gab es Piloten, welche nach 2 Tagen nichts Fliegbares mehr hatten. Bertram und Martino verlassen uns. Heute ist wieder Zwickelabend, wir essen im Hotel. Draussen blitzt und donnert es, eine Gewitterfront hat uns erreicht. Und wie!
Freitag, 8.6.12: Der letzte Tag fängt regnerisch an. Bewölkt, wesentlich kühler als gestern. Mache schnell einen Dalotel Flug, nachher fängt es zu regnen an. Kaffeepause. Sieht wieder nach Dauerregen aus. Die Thannhausner kommen, mit Riesengrill und Spanferkel im Gepäck. Arme Sau! Erwin macht uns Würste zum z'Mittag. Werni holte im Auftrag von Hugo schöne, frische Erdbeeren zum Dessert. Mmhh... Dauerregen, immer noch... Dazwischen schifft es kurz. Und dann wieder Dauerregen. Ohne Blitz und Donner, ohne Wenn und Aber. Endlich kommt die Sonne, interessanterweise regnet es noch 5 Min. nach. Mario und ich machen einen GPS-Dogfighter Flug. Wir lesen über 150 km/h vom Display ab! Inzwischen ist die arme Sau immer noch im Grill. Sieht schon gaaanz lecker aus! 30 Min. später dauerregnet es schon wieder. Die arme Sau dreht unbeirrt ihre Runden am Spiess. Wir putzen und packen unsere Siebensachen ein. Erwin verstaut seine ganze Infrastruktur im Auto. Heute findet der offizielle Abend statt, gefeiert wird 54 Jahre Edi als Vorstand, 33 Jahre Horst als Vize und 40 Jahre Luftschlacht um Thannhausen der Davoser. Gegen 18.30 h gibt es Betrieb: Die Gäste kommen. Salate und Kuchen werden gebracht, das Ferkel tranchiert. Saugut! Uns wird ein Abend der Superlative geboten. Nach dem Dessertbuffet folgen diverse Ansprachen und Ehrungen, Applaus und Standig Ovations. Wir werden mit essbaren und nicht essbaren Erinnerungen beschenkt. Artur hat alte Bilder von Edi eingescannt. Sehr interessant und aufschlussreich. Hugo hat beispielsweise früher weniger Haare gehabt, ich wesentlich mehr, auch auf der Oberlippe. Wir geniessen den schönen Abend und kippen gegen 01.00h ins Bett.
Samstag, 9.6.12: Wetter: spielt keine Rolle mehr, nach dem Frühstück reist der Grossteil ab. Hugo bleibt noch, er macht die "Brücke" bis wir nächstes Jahr wieder kommen. Sagte er jedenfalls... Die anderen dürfen sich wieder ein ganzes Jahr lang auf Thannhausen freuen!
An dieser Stelle danke ich unserer guten Seele Erwin, welcher auch dieses Jahr wieder seinen Grill mitgeschleppt hat und uns kulinarisch verwöhnt hat.