5.5.2016 - Piz Sassauna
...vorweg: mein neues absolutes Lieblingswort ist Rückseitenwetter...

Vom Piz Sassauna habe ich ja schon mal Bilder gezeigt, aber heute... das war überirdisch. Der Berg ist in mehrfacher Hinsicht ein Glücksfall:
  • die kleine Gondelbahn ab Fanas fährt 365 Tage im Jahr - alle anderen Bahnen rundherum haben gerade Pause
  • und dann fährt sie auch noch relativ spät abends - man kann lange fliegen
  • trotz der vielen Gleitschirmflieger gibt es überhaupt keine Probleme, weil die an völlig anderen Orten fliegen
  • es ist eine der wunderbaren locations, bei denen man sowohl weit nach vorne (Süden) über das Tal fliegen kann als auch im Rücken (Norden) den Sassauna-Hang hoch bis Sankt Nimmerlein fliegen kann
  • selbst wenn am Nachmittag an der Startstelle Rückenwind aufkommt - absolut kein Probelm: einfach raus und nach rechts über das Tal...
  • zum Gipfel hin hat man die Sonne im Rücken und allerbeste Sicht
  • der Fussweg zur Startstelle ist 10-15 Minuten, je nach Ballast
  • sehr herziger Berggasthof für die Mittagspause
  • Landung völlig problemlos auch für 1:3-Geräte, wahrscheinlich auch für grössere (aber die schleppt man nicht mehr zur Startstelle)
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    So sieht der Piz Sassauna aus, wenn man von Davos her das Prättigau hinabfährt: Blick nach Westen.
    Ich starte von dem Grasrücken links der Bildmitte; der noch schneebedeckte Grasgipfel dient dann zum Höhe machen.

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    Schon an der Startstelle: Blick nach Osten. Links unter der Bildmitte hellgraues Dach: Berggasthof, rotes Dach: Bergstation der Gondel.
    Am Horizont Drusenfluh oberhalb von St. Anthönien

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    Der erste Flug, ohne Vario, dauerte von 9:30 bis 12:30. Weit draussen über dem Tal trug es früh bereits prächtig.
    Zwischen den "weissen" und den "gelben" Gipfeln liegt Chur etwa in Bildmitte in der Tiefe.

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    Das haben auch die Gleitschirmflieger gesehen und sind gleich nach mir gestartet.

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    Wie schon erwähnt: die Gleitschirme starten i.d.R. ganz woanders.

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    Tja, um 11 war schon fast zu spät ;-) - wieder mal ratzfatz hoch zum Gipfel. Die Supra ist rechts der Mitte der Fussel! (klick auf's Bild!!)

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    Erstaunlicherweise waren kaum Teebeutel in der Luft (deren Piloten sassen alle noch im Berggasthof!), dafür aber jede Menge Spannbettlaken. Und meine Supra tapfer dabei!

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    Ab und zu kamen auch Segelflugzeuge zur Sassauna-Tankstelle.

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    Dieser hier drehte tatsächlich unter meiner Supra ein: Über einem echten Segler im selben Bart - das hatte ich noch nicht.

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    Er flog dann zum Glück weg...

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    Zwischendrin mal nachgucken ob noch alles dran ist. Das neonpinke SR ist eine Wohltat für die Augen, was Erkennbarkeit des Seglers betrifft.

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    Für den Fotografen extra ein näherer Vorbeiflug.

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    Das Getümmel am Mittag, hoch über mir - Wahnsinn...

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    Die Gleitschirme starten normalerweise in der Wiese ca. in Bildmitte - absolut kein Problem.
    Davon abgesehen sinken sie meist erst mal weit bis ins Prättigau und fliegen dann in das nächste Quertal ein um dort Höhe zu machen.

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    Auf dem Weg zum Mittagessen im Berggasthof.

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    Die Fahne habe ich glaube ich noch nie anders stehen sehen. In Bildmitte das Eggli - die Startstelle.

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    Ab Mittag kamen mehr und mehr Segelflugzeuge. Das Berghotelchen hat auch ein schönes Romantikzimmer und ist bei Hotelcard (googeln!).

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    Nach dem Mittagessen ging es gleich wieder ins Getümmel. Die Supra ist rechts oberhalb der Mitte.
    Meine Bestleistung war heute einmal von der Startstelle 350m hoch zum Hang vom Piz Sassauna hochzusteigen (ca. wie auf dem Foto)
    - in einem einzigen Geradeausflug ohne eine einzige Kurve...!

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    Über den trockenen Grashängen ging es wie blöd nach oben. Eine Herzfrequenz wie das Bibibibip des Varios hätte ich nie überlebt.

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    Ab 15°° gingen die Teebeutel auf Strecke, allerdings oft schräg nach unten. Es kamen nur noch Segelflugzeuge
    - zwei Mal jedoch für mich vorher nicht sichtbar von links angeschossen und flogen unter meiner Supra durch. Notabstieg wäre die falsche Wahl gewesen.
    Über dem grossen Kessel jedoch (über der Bergbahn) gab es atemberaubendes Sinken
    - und die dazugehörenden Bärte mit ebensolchem Steigen, teils aber weit draussen im Süden über dem Prättigau.

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    Dann wurde es einsam. Keiner mehr da, obwohl die Thermik jetzt so richtig zog.
    Nach dreieinhalb Stunden Gesamtflugzeit (Motor: 1 sec) noch mal schnell so hoch es geht (520m) und dann gelandet.

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    Auch um 16°° noch völlig glasklare trockene Luft ohne Dunst - typisch für Rückseitenwetter.

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    Da wartet jetzt ein "Brandlöscher" auf mich (Name des dort verkauften Bieres).

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    Bergfrühling mit den Krokus-Blütenmeeren.

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    Das obere Prättigau - hinten ist irgendwo Klosters, und dann geht es rechts weiter nach Davos.

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    Bei der Talfahrt: diese trockene Wand heizt ordentlich unterhalb der Startstelle ein. Von selbiger aus darüber zu fliegen: ganz grosses Kino.

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    Noch ein letztes Bild aus der Gondel.

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    Wie das wohl vom Segler aus aussieht? Kein Problem:
    Die Startrunde am Eggli. Ich stehe etwas rechts der Mitte vor dem Schneefeld.

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    55 sec später die erste Ansage vom Fräulein vom Amt: 50m.

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    Nur 150 sec später (zweieinhalb Minuten!) bereits höchste fliegbare Höhe: 450m.
    Schesaplana 3000 m (am Horizont) - Piz Sassauna 2300m - Supra 2250 m.
    Die fehlenden 50 m zum Gipfel habe ich aus Sichtgründen leider beim besten Willen nicht geschafft.

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    Blick nach Südosten ins obere Prättigau, Richtung Klosters/Davos. (Der Piz Sassauna wäre links)

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    Blick vom Piz Sassauna nach Südwesten ins untere Prättigau: hinten das Rheintal; im "Loch" hinten links liegt Chur.
    Unter uns der Eggli-Rücken mit Startplatz - ich stehe an der Mitte der linken Schneefeldkante

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    Blick nach Nordwesten auf die Vilan-Kette

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    Blick von "draussen", vom Prättigau zurück auf das Eggli - mit der schönen Felswand davor. Jupp, die ging gut.
    Ich stehe da irgendwo vor dem Schneefeld in der Mitte.

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    Der ganze Rücken trug prächtig, fliegen wir zurück zum Piz Sassauna - beachte die hellen "Pünktchen"...

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    Hammer...

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    Trotz deutlich bremsender Kamera und voll gesetztem Butterfly war keine Verminderung des Steigens erkennbar!
    Nur mit starkem Drücken kam man wieder in die Tiefe - vgl. Winkel Flächenspitze zu Horizont.
    Eigentlich wären ohne Kamera Ablasser angesagt gewesen. Und zwar viele...

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    Und noch ein Blick auf das gesamte Prättigauer Tal bevor es eineinhalb Stunden nach dem Start zur Landung ging. Ich war einfach müde...

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    WAS FÜR EIN HANG! Das Thema Fliegen im Herbst (vormittags an der Südostseite) habe ich ja gar nicht erwähnt. Und auch nicht, dass Nichtflieger(innen) auf völlig harmlosen Wegen (oops! NIEMALS bei Regen -> Gras wird glatt wie Seife!) den Gipfel von rechts nach links (natürlich auch anders herum) überschreiten können und oben eine unerwartete und absolut grandiose Aussicht geniessen können.
    Für Piloten bietet sich abwechslungsreiches Fliegen für Segler mit grösserer Reichweite - 2m-Spielzeuge fliegen zwar auch gut, lassen aber das grosse Hadern aufkommen: warum habe ich nicht den 4m-Segler eingepackt...
    D E R Hang für wenige Modellflugkollegen oder für Ihn&Sie!