2. Davoser Wasserflugtreffen - Oktober 2015
Anderenorts als Superevent angedroht hat sich das zweite Davoser Wasserflugtreffen doch noch als solches entpuppt: 24 Piloten mit 34 Flugmodellen - das ist angesichts des Mauerblümchendaseins das der Wasserflug sonst so fristet doch eine echte Ansage. Das Wetter war jetzt wieder wie eigentlich immer: wir mussten wegen des Wintereinbruchs neulich ausnahmsweise den Ausweichtermin bemühen, aber die geduldigen nebelgeschädigten Gäste aus dem Unterland wurden grosszügig belohnt, z.B. mit Sonnenbrand.

Unzufrieden war nur der Hoffotograf (in Form von meiner Wenigkeit) - letztes Jahr war das Wetter ja perfekt: wie soll man bessere Fotos abliefern, eigentlich unmöglich... Aber unser Treffen hat sich gemausert: Es waren wunderschöne Modelle zu sehen, darunter fünf Eigenbauten, 2 GFK-Modelle, 5 GFK/Holz-Modelle: das ist schon ein beachtliches Zeichen das Wasserflug ernstgenommen wird. Generell wurde von allen Wasserflug als inzwischen ernsthafte Sparte angesehen und das nur äusserst magere Angebot im Bereich 1,8-2,6m Spannweite sehr bedauert.
Die anderen 22 Schaumwaffeln hatten aber seit dem letzten Mal auch dazu gelernt: bei den Hype-Cessnas wurden Stängelchen abgestützt, bei den Beavers die vordere Strebe höhergelegt, bei den Z-Carbon-Pipers die hintere Schwimmerhaltung am Rumpf gesichert. Dadurch hatten wir nur noch sehr wenige Bergungen (ich glaube drei verglichen mit sechs im Vorjahr, bei deutlich mehr Flügen) durchzuführen, die mit den Schubbooten ruckzuck erledigt waren. Und es gab nur einen einzigen Verlust (durch Blendung durch die Sonne).

Die Stimmung war wie letztes Jahr bestens - kein Wunder bei diesem See und diesem Wetter... Trotz der allgemeinen Euphorie flogen ausnahmslos alle Piloten sehr diszipliniert - Wasserflug an einem See, um den hunderte Spaziergänger herummarschieren, ist eben Schaufliegen, jeder präsentiert sein Modell freiwillig so schön er eben kann. Ein Luxusproblem war die hohe Flugdichte: von 10:30 bis 16:00 waren praktisch immer drei bis fünf, manchmal sechs Modelle in der Luft. Das bedeutete, dass weniger "Programme" geflogen werden konnten und dass man sich im allgemeinen auf der Rundstrecke mit den anderen befand. Das förderte aber auch die Disziplin - als Flugleiter musste ich nur ein einziges Mal energischer eingreifen, als ein Pilot, der sich auch noch abseits gestellt hatte, munter gegen die allgemeine Drehrichtung flog. Das Problem in solchen Situationen ist immer zuerst mal den Übeltäter zu identifizieren...

Bei so vielen Piloten und Modellen ist es mir unmöglich, politisch korrekt jeden Piloten mit seinem Modell mit je drei Fotos abzubilden... Ich habe mich auf die "Wertigkeit" der Modelle gestützt, und bei allem Respekt für die Flugeigenschaften und Praxistauglichkeit der Schaumwaffeln: die fünf Z-Carbon-Piper waren ununterscheidbar. Die vier Macchi-Castoldi aus Holz jedoch schon: verschiedene Motoren, verschiedene Propeller, verschiedene Wasserruder, verschiedene Laufflächen auf den Schwimmern machten Individuen aus ihnen - jede startete anders.
Aber die beiden ersten Plätze für die schönsten Modelle gingen ganz klar an Hans-Ruedi mit seiner Blackburn und seiner Dornier Libelle.

So, und jetzt Vorhang auf:
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ein wunderbarer Sonnenaufgang leitet den Tag ein

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Goldener Oktober, auch wenn die Lärchen noch ein wenig brauchen um sich golden zu färben

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einsames Fluggerät

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Die Blackburn imponierte durch ihre unglaubliche - und sehr vorbildgetreue! - Langsamkeit. Und das alles nur mit Höhe und Seite...

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Bei der Dornier Libelle beeindruckte die Wasserfahrt: sie liebte es geradezu auf der Stufe zu gleiten

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Vor bald zehn Jahren aus einem alten Hegi-Bausatz gebaut, ist diese Burda-Piper ein häufiger Gast auf dem Davoser See

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Dieses leichte Modell (Sundancer?) flog schon letztes Jahr bei uns und fiel damit auf, wie federleicht es sich vom Wasser erhob und zu ihm zurückkehrte.

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Dieser Doppeldecker ohne Vorbild hatte eine bemerkenswerte Vorrichtung zur heftigen Vorverlegung des Schwerpunktes
(die Schwimmer waren eine Overnight-Express-Konstruktion). Siehe drittes Bild...

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ein schöne Piper unbekannter Herkunft in handlicher Grösse

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F3A auf dem Wasser
Warum nicht? Es "frisst" aber viel Platz - in dieser Zeit können kaum andere fliegen. Aber aussehen tut es toll!

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Die Macchis
Heute waren eine Macchi M33 (Kyosho) und vier Macchi-Castoldi MC72 (Sebart) auf dem See.
Tolle Flieger, und immer hat man ein aufgeregtes Herz beim Flug...

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Schaum - naja, Schaum eben. Praktisch, hübsch und gut. Aber Schaum. Ich habe auch welchen... (aber nicht heute).

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Halos - am Himmel war mächtig was los...
rechte Nebensonne: Plättchenkristalle mit Einschlüssen

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Umschriebener Halo (der untere): aus Säulchenkristallen, um die Achse rotierend
Parry-Bogen (der obere): aus Säulchenkristallen, nicht rotierend, sondern eine Seite der Erde zugeandt

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linke Nebensonne, langsam zum (weissen) Horizontalkreis nach links auswachsend

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deutliches Horizontalkreis-Segment

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noch weiter links: Horizontalkreis-Stück mit 120°-Nebensonne

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Der besoffenste Kondensstreifen den ich je sah...
es ist ein Kondensstreifen eines A380 der Etihad in fast 13km Höhe (!) am Ende seines Lebens, durch die "Crow Instability" verformt

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people
Nur ein paar Bilder. Mein Dank gilt der Hintermannschaft, besonders erwähnen möchte ich Erwin.
Alles ging reibungslos, es war eine perfekte Organisation.

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Eine grossartige Truppe hatte sich zusammengefunden. Die Spuren auf dem See mögen vergehen, die Spuren in unseren Erinnerungen werden es niemals tun.

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schön war's!

Bis bald, spätestens beim dritten Davoser Wasserflugmeeting...